Interview










INTERVIEW

WAS TSCHERNOBYL FÜR MICH BEDEUTET?

Anton Shagin
Tschernobyl ist für mich nicht einfach nur ein Wort. Ich bin in der Stadt Karachev geboren und aufgewachsen - einer Zone, die von der Katastrophe betroffen war. Ich erinnere mich, wie mir Erwachsene von dem radioaktiven Regen erzählten, durch den Menschen ihre Haare verloren haben, so wie viele meiner Mitschüler, die sich in der Schule in einer separaten Schlange in der Kantine anstellen mussten.

Oleg Mutu
In der Zeit nach der Katastrophe war ich zusammen mit dem Schulorchester in dem größten Pionierlager der Sowjetunion „ARTEK“ in Kishinev. Mit uns waren viele Kinder aus Weißrussland und der Ukraine dort. Ich war 14 Jahre alt und habe nicht darüber nachgedacht, warum diese ganzen Kinder dort waren.

Alexander Mindadze
Am 26. April 1986 war ich auf dem Dach eines Hauses in Minsk und habe zusammen mit dem Regisseur Vadim Abdrashitov und dem Kameramann Georgij Rerberg den Film „Plumbum, ein gefährliches Spiel“ gedreht. Wir haben nicht darüber nachgedacht, woraus die Wolken über uns bestehen, sondern haben uns einfach nur gefreut, dass sie ein seltenes, sehr kinematografisches Licht von sich geben.